Aquaplaning

kaum eine Fahrsituation ist so gefürchtet

Ein Service von

Es tritt wie aus dem "nichts" auf und hat oft schreckliche Auswirkungen

Unter dem Begriff "Aquaplaning" versteht man das Aufschwimmen des Reifens auf einen Wasserkeil und damit verbunden den Totalverlust des Grip (der Bodenhaftung). So können, während dem der Reifen auf dem Wasserkeil schwimmt, keinerlei Kräfte (Umfangs- bzw. Lenkkräfte) übertragen werden.

 

 

 

 

Erkennen Sie die Vorboten des Aquaplaning:
  • meiden Sie, soweit möglich, wassergefüllte Spurrinnen auf der Fahrbahn
    • Sie haben keine Möglichkeit zu erkennen, wie tief diese sind
  • meiden Sie, soweit möglich, durchfahren von Wasserlachen auf der Fahrbahn
    • Achten Sie hierbei etwa auf Wasserlachen in hängenden Kurven (gewölbte oder geneigte Fahrbahn)
      • Das Wasser kann, mitunter durch Fahrbahnschäden - Rinne oder Vertiefungen, nicht abfließen und bleibt stehen - auch hier haben keine Möglichkeit zu erkennen, wie tief diese sind!
    • Jedoch sind Wasserlachen nicht nur Außerorts ein Thema. Selbstverständlich kann es auch Innerorts vorkommen, dass durch das Durchfahren einer Pfütze nicht nur ein Fußgänger vollgespritzt wird, ist unschön und kann in einer Kleiderreinigung enden, das Fahrzeug aufschwimmt und sich somit aus einem stabilen in einen instabilen Zustand verändert (Untersteuern, Übersteuern).
  • die Spuren des vorausfahrenden Fahrzeuges verschwinden schnell
  • Bildung von Wasserschleiern vorausfahrender Fahrzeuge

 

 

Die Vorboten wurden falsch interpretiert - Resultat = Aquaplaning:

  

 

Was tun, wenn das Fahrzeug aufschwimmt:

 

 

Sehen wir uns einmal an, welche Punkte für die Entstehung von Aquaplaning verantwortlich zeichnen.

 

Geschwindigkeit:

Die Wahl der adäquaten Fahrgeschwindigkeit ist die wesentlichste Komponente beim Fahren auf nassen Straßen. Ihr rechtes Bein, welches das Gaspedal steuert, ist somit dafür verantwortlich, dass Sie sicher ans Ziel kommen. Denn, halten wir uns vor Augen, dass ein Reifen bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h etwa 20 Liter Wasser pro Sekunde verdrängen muss, um nicht aufzuschwimmen und somit den Kontakt zur Fahrbahnoberfläche zu verlieren.

Achtung: Wenn es bereits längere Zeit nicht geregnet hat, sammelt sich Schmutz, Reifenabrieb, Staub, etwaige Ölrückstände von Fahrzeugen, Blütenpollen usw. auf der Fahrbahnoberfläche. Diese Komponenten (Zutaten) ergeben, in Verbindung mit beginnendem Regen, eine schmierige Substanz deren Reibwert vergleichbar mit Eis ist. Somit ist in dieser Situation höchste Vorsicht geboten - runter mit der Geschwindigkeit (nicht emotionslos das Bremspedal durchtreten, jedoch auf alle Fälle die Geschwindigkeit durch wegnehmen vom Gas verringern).

Reifen:

Profiltiefe:

Es ist Richtig, der Gesetzgeber schreibt für Sommerreifen eine Mindestprofiltiefe von lediglich 1,6 mm vor. Jedoch, wenn sie sich nun die Angabe von 2 Absätze oberhalb in Erinnerung rufen (80 km/h und 20 Liter Wasserverdrängung), so setzt diese auf einer mittleren Reifenprofiltiefe von 4 mm auf. Somit wird schnell verständlich, dass sich diese Reifenleistung mit nur 1,6 mm nicht erreichen lässt = noch wesentlich geringere Geschwindigkeit bei gleicher Wassertiefe - denn, der Reifen bringt das Wasser nur wesentlich langsamer weg.

 

Reifenbreite:

Je breiter der Reifen, umso schlechter kann er die Wassermenge seitlich abführen (große Wege). Somit kann gesagt werden, je weniger Aufstandsfläche umso besser die Wasserverdrängung.

 

Luftdruck:

Kontrollieren sie regelmäßig den Luftdruck ihrer Reifen. Falscher Luftdruck kann die Aquaplaninggefahr verstärken (der Reifen kann nicht optimal Arbeiten), denn bei zu geringem Luftdruck wölbt sich die Lauffläche nach innen bzw. bei zu hohem Luftdruck wölbt sich die Lauffläche nach außen. Dies führt jedoch dazu, dass der Reifen, seinem Design entsprechend, nicht die gewünschte Leistung bringen kann, da dem Profil der schlüssige Kontakt zur Fahrbahnoberfläche fehlt.

 

 

Stoßdämpfer:

Diese haben die Aufgabe, das Rad (Felge und Reifen) auf die Fahrbahn zu drücken. Ist der Stoßdämpfer defekt, oder hat er aufgrund seines Alters oder seiner Beanspruchung bereits seine beste Zeit hinter sich, wird der Druck geringer. Wenn nun der Druck gegen die Fahrbahn geringer wird, besteht die Gefahr des Aquaplanings bereits bei geringerer Geschwindigkeit bzw. bei geringerer Wassertiefe.  

 

 

Spezielle Fahrtechniken, welche Sie bei extremen Witterungsbedingungen anwenden können/sollten, erlernen und üben Sie unter professioneller Anweisung im Rahmen eines Intensiv-Fahrsicherheitstrainings von Motorgraf.at oder einem seiner Partnerzentren.